meine Philosophie

 

Ein guter Sattel hat für mich einen flexiblen bis sehr flexiblen Sattelbaum,

ein verstellbares Kopfeisen und eine sehr große Kissenauflagefläche.

Er ist direkt vor Ort anpassbar, sodass man am Pferd und mit dem Reiter

durch Testen die ideale Passform finden kann.

 

 

 

"Unpassende Sättel sind keine Hilfsmittel, sondern eine Behinderung für die Bewegung des Pferdes. Auf unbemuskelte Rücken legt man keine Sättel, unabhängig davon, warum der Rücken unbemuskelt ist. Das Pferd sollte in solchen Fällen durch Bodenarbeit und Longieren aufgebaut werden, bis es reif ist, einen Sattel zu tragen."

Bent Branderup,

Akademische Reitkunst, S. 28

 

Never change a running system

 

Wenn ein Sattel, der nicht meiner Philosophie zusagt, sich in der Praxis auf Dauer bewährt hat, spricht nix dagegen, diesen auch weiter zu nutzen.

Dies ist der Fall, wenn das Pferd psychisch entspannt und motiviert ist, sich muskulär in einer guten Verfassung befindet und einen gesunden, losgelassenen Bewegungsablauf zeigt.


 Meine Überlegungen und Ansichten zum heutigen Tage

 

  • Die Aufgabe des Sattels

Sie besteht für mich darin, dass empfindliche Bereiche des Rückens freigehalten werden, ohne dabei andere Bereiche zu überlasten.

Mit empfindlichen Bereichen meine ich dabei den Wirbelsäulenbereich und den Widerristbereich.

Das Gewicht müssen wir also auf die daneben liegenden Regionen verteilen, die einzeln für sich eigentlich auch freigehalten werden sollten, da diese natürlich separat belastet ebenso empfindlich sind (die perfekte und gleichmäßigste Druckverteilung erreichen wir, indem wir nicht reiten...).

Die optimalste Verteilung liegt für mich in einer großflächigen, alle Regionen überlappenden Belastung, die nach außen hin ausläuft.

Die Kunst besteht darin, dies in der Praxis unter allen weiteren Einflüssen umzusetzen.

 

  • Die großen Sattelkissen

"Achten Sie darauf, dass Sie nicht den Sitzknochen in den langen Rückenmuskel des Pferdes drücken. Verteilen Sie Ihr Gewicht stattdessen auf Ihre Oberschenkel. Diese haben bei den meisten Reitern eine größere Auflagefläche als ein durchschnittlicher Englischsattel."

Bent Branderup, Akademische Reitkunst, S.28

Die kleine  Auflage bei vielen englischen Sattelkissen ist auch mir nach und nach immer mehr als ein Hauptproblem aufgefallen. Sie halten zwar oft den Widerrist- und Wirbelsäulenbereich frei, aber überlasten dann andere Regionen punktuell zu sehr.

Seitlich bieten die Pferderücken auch das nötige Potenzial, für eine breitere Auflage.

Deswegen habe ich mich an den Bau von eben solche größeren Kissen herangetastet und den heutigen Stand finden Sie in meinen Sätteln.

Bei einer auslaufend gestalteten Form unter dem Oberschenkel fühlt man sich als Reiter/in auch nicht breiter/gespreizter gesetzt.

 

  • Mein Gedankenweg zum flexiblen Baum

Es stellt sich die Frage, ob es möglich ist, auf dem dynamisch beweglichen Pferderücken das Reitergewicht über einen starren Gegenstand gleichmäßig zu verteilen, ohne dass dabei erhöhte Druckspitzen entstehen. Man beachte dabei z. Bsp. die unterschiedlichen Rückenbewegungen/-formen in den verschiedenen Gangarten.

Meine Antwort lautet darauf in der Regel: Nein.

 

  • Pauschen?

"Nicht eiserne Kniekehlen, sondern Balance hält den Reiter auf dem Pferd." Guériniére

"Was man nur mit Sattel reiten kann, ist nicht reel." Bent Branderup, Lehrgang im April 2017 in Altlindenau

Wenn Pauschen, dann arbeite ich gerne mit kleinen, klettbaren (abnehmbaren) Oberschenkelpauschen, die das Knie nicht einengen und für Notsituationen gedacht sind.